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oder susch ä Fescht,

buech doch üs das isch doch s`Bescht! Mir chömed Dir cho ä Ständli singe, und tüend Dir äs Lache bringe.

 

 

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September 2010

von
Regula Roos

Ich freue mich sehr, dass ich Ihnen „meine“ Schule und damit „meine Kinder“ in Indien vorstellen darf. Mangal Deep – was „Lampe des Guten“ bedeutet – ist eine kostenlose Tagesschule für behinderte Kinder und Jugendliche und wurde am 1. Juli 1998 von einer Inderin gegründet. Die äusserst engagierte ehemalige Lehrerin besuchte verschiedene Familien, in denen sie behinderte Kinder vermutete. Sie fand 40 solcher Kinder und Jugendliche! Die Schule öffnete ihre Pforten allerdings mit nur gerade 4 Kindern, 2 Lehrerinnen und einem Hausmädchen. Die andern Eltern waren noch nicht bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen. Die Scham, ein behindertes Kind geboren zu haben, war zu gross und daher hielt man es lieber in den eigenen vier Wänden versteckt. 
                                         
3 Jahre lang überlebte die Schule durch eigene Mittel plus der Hilfe von Freunden und Bekannten. Inzwischen sind sie vom indischen Staat anerkannt und erhalten nun im Jahr einen kleinen, staatlichen Beitrag, den sie sich jährlich wieder erkämpfen müssen. Der Papierkrieg in vielen asiatischen Ländern ist unvorstellbar.

Mangal Deep ist die erste freiwillige Organisation im Staat Uttaranchal. (Lage nahe der nepalesischen Grenze) Sie garantiert diesen Kindern und Jugendlichen mit den verschiedensten Behinderungen eine ihren Möglichkeiten entsprechende Ausbildung.

Heute besuchen 42 Kinder die Schule und es wurden auch zusätzliche Lehrerinnen eingestellt. Zum Unterricht werden die Kinder je nach Fähigkeiten in Gruppen eingeteilt. Sie lernen lesen, schreiben, rechnen, aber auch die Herstellung verschiedener Produkte, welche dann auf dem lokalen Markt verkauft werden. Die taubstummen Kinder haben ihren eigenen Unterricht, da die meisten von ihnen normal begabt sind. Aber auch das ist eine Herausforderung, denn niemand ist ausgebildet, Taubstumme zu lehren. 
                                       
Ich wurde durch verschiedene Zufälle vor einigen Jahren auf diese Schule aufmerksam und besuche sie nun zum 14. Mal. Schon die Reise ist ein ziemliches Abenteuer. Nachtzug von Delhi nach Kathgodam und von dort mit einem Taxi noch eine 3 – 4 stündige Fahrt in die Berge. Bei schönem Wetter ist dem Besucher ein Blick auf die wunderbaren Himalayas sicher!

Ich muss gestehen, dass ich anfangs „Kontaktschwierigkeiten“ mit den Behinderten hatte. Das lag allerdings nur an mir, nicht an diesen speziellen Kindern! Inzwischen haben wir ein sehr herzliches Verhältnis zueinander und sie freuen sich riesig auf meine Besuche – hauptsächlich natürlich, weil dann der Schulalltag etwas unterbrochen wird! Wir spielen, tanzen, musizieren und lachen zusammen. 
                                         
Die Kinder stellen auch verschiedene Sachen her und sind stolz auf das Ergebnis. Ein paar Beispiele: Sie sammeln Blüten und Blätter, die gepresst und für wunderschöne Karten verwendet werden. Der „Abfall“ dieser Blüten wird nach Farbe sortiert, im Mixer pulverisiert und in Säcklein abgepackt. Am Holi Fest (Fest der Farben) wird das Pulver mit Wasser vermischt. Man bekleckert sich gegenseitig damit und hat einen riesigen Spass dabei. 
                                        
Das grösste „Geschäft“ ist die Herstellung von Kerzen. Der Verkauf läuft sehr gut, denn nicht nur in den Tempeln werden diese gebraucht, sondern auch privat und in den Hotels. Einige der älteren Kinder beaufsichtigen inzwischen diese Aktivitäten und erhalten auch einen kleinen Lohn dafür. Das wiederum macht ihre Eltern stolz! 
                                       
Sie weben auch Flickenteppiche, nähen Saris, Bettdecken und Taschen.

Bei meinem Besuch im letzten Jahr war für die Kinder, das Lehrpersonal und mich ein grosser Tag, als wir den neuen Schulbus einweihen durften! Postautogelb! Jedes Kind hat nun einen eigen Sitz im Auto und sie sind so glücklich darüber. 
                                       
Mangal Deep wird hoffentlich weiter bestehen, nicht zuletzt dank den vielen Gönnern aus der Schweiz, die mithelfen, damit diese benachteiligten Kinder eine Chance im Leben haben. Eine ausgebildete Lehrerin verdient ca. Fr. 115.00 pro Monat. Das Ziel unseres Vereins, (der übrigens steuerbefreit ist), ist mitzuhelfen, diesen Kindern eine Möglichkeit zu geben, ihr Leben wenigstens teilweise selbständig führen zu können, zumindest aber menschenwürdig.

Wenn Sie mehr über uns wissen möchten, besuchen Sie einfach unsere Homepage: www.almorahilfswerk.ch

Nochmals vielen Dank, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, Mangal Deep hier vorzustellen.

Regula Roos-Jenni, Präsidentin 
                               

 

                                             
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