Seit meiner Pensionierung arbeite ich stundenweise in einem Rebberg am Iselisberg. Ausser dem Rebenschnitt, dem Pflanzenschutz und Kellerarbeiten, versehen einige Aushilfskräfte die anfallenden Arbeiten im Rebberg während des Jahres. Im Frühling beginnen wir mit dem Anbinden der Reben.
Um Mitte Juni beginnen die Reben zu blühen. Die Blüten bestäuben sich selber.
Im Vorsommer werden die Rebenschosse teilweise maschinell mit Schnüren aufgebunden und später von Hand zwischen die gespannten Drähten eingeschlauft, damit bei Wind die Triebe nicht abbrechen und die Reben in die Höhe wachsen und so das Sonnenlicht bis an die Trauben treffen kann. Neuerdings werden um die Trauben herum maschinell die Blätter teilweise ausgelaubt, um die Traubenbeeren schön an die Sonne zu bringen, Bis vor einigen Jahren war das auch noch Handarbeit.
Auch der Pflanzenschutz ist während des Jahres sehr wichtig, wird der Einsatz von Nützlingen gut geplant und Pflanzenschutzmittel nur auf das notwendige Minimum beschränkt.
Auch beim Wümmet im Herbst muss exakt gearbeitet werden, so dürfen von den Winzerinnen und Winzern nur die reifen, gesunden und hochwertigen Trauben in die Kistli geerntet wertden. Die gelesenen Trauben müssen gleichentags weiterverarbeitet werden.
Wenn man diese Arbeiten im Rebberg erledigt hat und der Kellermeister die Weinbereitung mit viel Fachwissen und Geschick in der richtigen Kombination von Farbe, Geruch und Geschmack zum edlen Wein reifen lässt, weiss jeder, wieviel Arbeit und Herzblut hinter den heutigen Weinpreisen liegen.