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Thurauer Zeitung vom 9. September 2011
Seit 50 Jahren pflegen die Frauenfelder Stadtjodler Heimelig das Liedgut der einfachen Folklore. Am Sonntag feiert der Verein sein Jubiläum in der Mehrzweckhalle Oberwiesen.
EVI BIEDERMANN
Frauenfeld. Wenn hartgesottenen Burschen das Wasser in die Augen schiesst und die Frauen verträumt ins Leere blicken, dann hat gewiss irgendwo ein Jodelchor seinen Auftritt. Dessen Liedgut – der Jodel mit seinen einfachen, harmonischen Mustern – berührt die Herzen vieler Menschen.
Es ist nicht nur der Gesang, der sie erwärmt, auch der optische Eindruck trägt dazu bei: Männer im schwarz-rot-weissen Chüjermutz und Frauen in der Tracht – das weckt Heimatgefühle, auch die Sehnsucht nach Verbundenheit und Geborgenheit.
Solche Reaktionen erlebt Heiri Gisler öfter. Etwa wenn wildfremde Menschen auf ihn zukommen, wenn er und seine Jodlerkollegen an einem Anlass mit der Tracht auftauchen. «Sie klopfen uns auf die Schulter, zeigen Freude und sagen, dass sie es lässig finden», erzählt der Präsident der Stadtjodler Heimelig. Er selber sagt über den Jodel: «Es macht mir Freude und gibt mir Gelassenheit, Kameradschaft sowie innere Zufriedenheit.»
Erfolg im weissen Hemd
Die Stadtjodler Heimelig gibt es seit 50 Jahren. Die Tracht konnte sich der Verein am Anfang nicht leisten, erinnert sich Werner Weiss, einer der ehemaligen Dirigenten, in seinen Gedanken zur Vereinsgeschichte. Doch der Erfolg stellte sich auch mit dunklen Hosen, weissem Hemd und schwarzer Krawatte ein, so dass schon bald ein Reingewinn in der Kasse war.
Die Anschaffung der typischen Jodlertracht – Bärnermutz oder auch Chüjermutz genannt, mit Tellerhut und einem Trachtenknopf – machte die Auftritte der Frauenfelder Stadtjodler begehrt. Die jährlichen Unterhaltungen im einstigen Falken-Saal waren so gut besucht, dass die Stadtjodler 1980 beschlossen, einen zweiten Anlass in Lommis durchzuführen.
Daneben nahm der Verein auch regelmässig an nordostschweizerischen und eidgenössischen Jodlerfesten teil. Mit der Organisation des Eidgenössischen 1999 machten die Stadtjodler die Stadt Frauenfeld in der ganzen Schweiz bekannt. «Wenn wir heute irgendwo sagen, wer wir sind – die Stadtjodler Heimelig Frauenfeld –, dann heisst es sofort: «Ah, Frauenfeld, das Eidgenössische, ein Superfest!», sagt der Vereinspräsident stolz.
Schwierige Terminplanung
Heute zählt der Jodelclub 20 Mitglieder, darunter auch fünf Jodlerinnen und zwei Alphornbläser. Ein paar Männerstimmen mehr wären besser, meint Kurt Schweizer. Er dirigiert die Stadtjodler seit 1997 und findet es zunehmend schwieriger, seine Leute vereint für die geplanten Auftritte zusammenzubringen.
Mitsingen könne grundsätzlich jeder, sagt Schweizer. «Man muss nicht jodeln können, nur singen. Aber man muss mitmachen.» Ein Jodelchor brauche viel Harmonie, sowohl beim Singen wie auch im zwischenmenschlichen Bereich. Wenn das gelingt, dann schwingt in den textlosen Jodelliedern eine stoische Ruhe mit, die so viele Zuhörer mit tiefer Freude erfüllt.

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